Stimmen zum Ausschlussverfahren

Hunderte Menschen schrieben uns in den letzten Wochen, um uns ihre Zustimmung zu unserem Aufruf mitzuteilen. Hier ist eine kleine Auswahl der Kommentare, die uns bei der Gelegenheit erreichten.

Es war mir schon als Delegierter bei der LDK in Heilbronn ein Dorn im Auge, uns in der Sache Palmer einen Eilantrag vor die Füße zu knallen. Als erfahrener Kommunale weiß Mann/Frau, dass solche Schnellschüsse immer zugunsten der Antragsteller ausfallen. Ist es möglich, einen Aufhebungsantrag bei der nächsten Delegiertenversammlung zu stellen?

Gerold Schellinger, KV Sigmaringen
12. Januar 2022

Teilt dem Boris Palmer bitte mit, dass ich als Ex-Journalist sicher bin, dass er eine solch eindrucksvolle Solidaritätsbekundung zum allerletzten Mal kriegt. Er soll seinen beckmessernden Blödsinn künftig allenfalls unter Getreuen am Biertisch schwätzen….

Wilhelm Hölkemeier, KV Ulm
7. Januar 2022

Ich missbillige viele der kritisierten Äußerungen von Boris scharf, denke auch, dass dies keine positiven Beiträge abseits des Mainstream  zur Positionsentwicklung in der Partei sind, aber sie entwickeln unsere Bewusstsein dafür, dass wir keine glatten Menschen sind, sondern unsere Fehler haben, und die Absichten und Taten entscheidend sind.

Nina Melchers, KV Friedrichshain-Kreuzberg/Berlin
7. Januar 2022

Auch wenn ich den Facebook-Kommentar von Boris zu Dennis Aogo, egal wie er gemeint war, in jeder Hinsicht daneben, ekelhaft und für einen OB unwürdig empfinde, unterschreibe ich Euren Aufruf gerne, weil wir natürlich solche Köpfe wie Boris dringend brauchen und er in Tübingen eine tolle Politik macht.

Jürgen Gneiting, KV Esslingen, ehemaliger Sprecher des Landesvorstands BW
6. Januar 2022

Zwar bin ich (noch) kein grünes Parteimitglied, doch sitze ich (als langjährige überzeugte Grünen-Wählerin) für Bündnis90/Die Grünen seit 2019 im Kreistag des Landkreises Rottweil (Liste damals aufgestellt vom Grünen-Kreisverband Rottweil), zuvor war ich ebenfalls für die Grünen fünf Jahre (bis 2019) im Gemeinderat von Zimmern ob Rottweil.

Herrn Palmer nehme ich seit vielen Jahren als jemanden wahr, der für seine Überzeugungen einsteht. Und da muss er einfach auch hin und wieder anderen auf die Füße treten, auch wenn er das im Einzelfall vielleicht etwas sensibler machen könnte – aber aus rein diplomatischen Gründen muss er das bestimmt nicht, denn mit Diplomatie kommen wir angesichts der aktuellen Weltlage definitiv nicht mehr weiter… Selbst in der Bibel steht „An ihren Taten sollt ihr sie erkennen“. Und da dies allgemeingültig ist, hoffe ich inständig, dass es „grüne Taten“ bleiben und noch mehr werden und keine „grünen“ Parteiausschlussverfahren, denn viel und theoretisches Geschwurbel rettet unsere Umwelt leider nicht. Oder, auf gut schwäbisch: It schwätza – macha!

Elke Müller, Kommunalpolitikerin auf Grün-alternativen Listen
5. Januar 20222

Ich bin mir nicht sicher, ob es mir als Mitglied außerhalb von BaWü zusteht, den Prozess im Landesverband zu kommentieren. Jedoch bin ich davon überzeugt, dass die Causa Palmer eine enorme Strahlkraft über den Landesverband hinaus auch auf die Bundes- und sogar Landes- und Kommunalpartei in anderen Bundesländern hat. Deshalb möchte ich mich, falls zulässig, gerne der Unterschriftenliste anschließen.

Sascha Beumer, KV Aachen
4. Januar 2022

Ich denke, dass unsere Partei so stark und vielfältig ist, dass Boris natürlich in die Partei gehört, sie ja auch durch seine langjährigen fundierten Ideen und Statements geprägt hat. Anfangs als Experte der Verkehrspolitik, jetzt als OB, der schon viele entscheidende Schritte in die Wege geleitet hat.

Elisabeth Schröder-Kappus, OV Rottenburg am Neckar, KV Tübingen, Mitglied der Kreistagsfraktion
2. Januar 2022

Auch wenn ich mich hin und wieder über Aussagen und Aktionen von Boris Palmer geärgert habe, rechtfertigt dies keinesfalls ein Parteiausschlussverfahren. Alle merkwürdigen Aktionen und unüberlegten Aussagen von Boris Palmer rechtfertigen keinesfalls eine solch drastische Maßnahme. Die GRÜNEN sollten auch weiterhin einen GRÜNEN wie Boris aushalten können.

Andreas Ruoff, KV Böblingen, Mitglied des Kreistags Böblingen und Gemeinderat in Bondorf
30. Dezember 2021

Palmer macht wertvolle Arbeit für die Grünen, erreicht viele Menschen und geht voran auf einem Weg, den die althergebrachten Amtsträger nicht mal sehen, geschweige denn jemals in Betracht ziehen würden. Wir sollten stolz darauf sein, ein solch agiles Temperament in unseren Reihen zu haben! Das bissle unbequem, das er ist, halten wir gerne aus.

Sonja Allgaier, KV Zollernalb
30. Dezember 2021

Viele Stunden lang habe ich Boris Palmer bei der Schlichtung zu
Stuttgart 21 beobachtet, war damals beeindruckt von seiner Arbeit und bin es bis heute. Ich halte etliche seiner zugespitzten Äußerungen bei Facebook für falsch, bin aber entsetzt über die Hexenjagd einer bestimmten Gruppe in meiner Partei. Sie ist auch nach meiner Ansicht politisch unklug, unwürdig und parteischädigend. Denn es würde uns als Partei der Vielfalt, Offenheit und Menschenrechte unglaubwürdig machen.
Boris ist ein Leuchtturm grüner Kommunal- und Verkehrspolitik, hat sich bei der Bekämpfung der Pandemie erneut als verdienst- und verantwortungsvoller OB von großem sozialen Engagement bewährt. Er hat und macht sicherlich Fehler, aber so dürfen wir nicht mit ihm umgehen. So dürfen wir mit überhaupt niemandem umgehen, bloß weil er kritisch ist. Das würde uns auf den Weg zu Intoleranz und Debattenfeindlichkeit führen, und das wäre dann nicht mehr meine Partei.

Widmar Puhl, freier Autor, KV Stuttgart
29. Dezember 2021

Ich unterstütze den Aufruf aus mehreren Gründen. Das „parteischädigende Verhalten“ – den zentralen Vorwurf des Ausschlussverfahrens – kann ich nicht erkennen. Dann dauert das Ganze schon ewig und schadet uns und grünen Anliegen. Und missliebige Menschen und Meinungen einfach rauszuwerfen, halte ich grundsätzlich für falsch.

Moritz Pfeiffer, KV Tübingen
29. Dezember 2021

Neben den ausgeführten Punkten, die für Boris sprechen, ist für mich noch wichtig gewesen seine Initiative zur Akquise von Baugrundstücken, in dem er mit dem laut BauGB möglichen „Baugebot“ gewinkt hat und damit ebenfalls einigen Erfolg verbuchen konnte (Vorbild für einen Antrag an die Stadt Stuttgart, in einem aktuellen Fall mit diesem Mittel zu drohen).

Peter Mielert, 41 Jahre lang Sprecher der Grünen Bezirksbeiratsfraktion im größten Stuttgarter Stadtbezirk Bad Cannstatt mit ca. 70 000 Einwohnenden
28. Dezember 2021

Die Verhältnismäßigkeit eines Parteiausschlussverfahrens ist nicht gegeben und passt nicht in unser „grünes Image“. Besser wäre mit Boris zu sprechen und das zu tun, was eigentlich die meisten in solchen Positionen tun: nachdenken, kritisch reflektieren, sich gute Beratung holen – Coaching und Supervision. Das führt zu mehr Souveränität und Professionalität.

Martin J. Waibel, Grünen-Mitglied seit knapp 40 Jahren, BUS-Mitbegründer und Stadtrat
28. Dezember 2021

Den nervigen Narzissmus von B. durch einen Parteiausschluss zu ehren, der gegen die Regeln des Parteiengesetzes verstösst, hieße, den Mann in seinem Gefühl der Besonderheit noch zu bestärken. Ich schlage stattdessen ein erprobtes Hausmittel vor: Schwitzkasten und Klassenkeile. Das hat schon so manchen Streber zum guten Kumpel umerzogen. Ausserdem brauchen wir B. noch als Stimme gegen die realitätsferne Romantisierung von Multikulti und die Furie der „links“-identitären Genderis*ma.

Ludger Volmer, Bundesvorsitzender a. D.
27. Dezember 2021